Auch in diesem Jahr geht es wieder auf Tour nach Knutshaug auf die Insel Hitra. Dort werden wir – Heinz, Bernd und Micha – vom 02. – 09. Juli 2026 das Haus Leng inkl. Angelboot (24ft/100 PS Diesel) beziehen.
Donnerstag, 02. Juli 2026
Gestern sind wir vollbeladen mit Heinz seiner E-Klasse zur Fähre ColorLine von Kiel nach Oslo gestartet. Überpünktlich in Kiel angekommen, mussten wir leider ca. 2h warten, bis wir auf die Fähre fahren durften. Aber lieber zu früh, als zu spät.

Auf dem Sonnendeck der Fähre haben wir bei einem kleinen Bierchen die Aussicht genossen.

Hier noch ein Blick auf die Öresundbrücke, die weltweit längste Schrägseilbrücke für kombinierten Straßen- und Eisenbahnverkehr. Die Brücke verbindet die dänische Hauptstadt Kopenhagen mit Malmö in Schweden.


Heute haben wir ohne Probleme die ColorLine verlassen und uns auf den Weg von Oslo ins ca. 600 km entfernte Knutshaug gemacht. Natürlich gab es auch in diesem Jahr wieder den obligatorischen Halt am größten Elch der Welt.

Freitag, 03. Juli 2026
Nach der gestrigen achtstündigen Anfahrt haben wir unser Ziel in Knutshaug um 19 Uhr wohlbehalten und etwas k.o. erreicht. Eigentlich wäre jetzt Zeit für ein gutes Abendessen und eine geruhsame Nacht. Da aber das Wetter hier top war und die Aussichten für die nächsten Stunden und Tage sich stark verschlechtern werden, haben wir uns entschlossen, noch eine „kleine“ Angeltour zu starten.
Die Angelei gestaltete sich zunächst über gut 2 h recht schwierig. Nur 5 Seelachse wurden gefangen. Auf der langsamen Rücktour hatte Micha die Idee altbekannte Fangplätze anzufahren. Der zweite ehemalige Wegepunkt brachte dann den Erfolg.

Wir haben den Pollack gefunden!
Hier der gesamte Fang nach Rückkehr von der Tour gegen 03:00 Uhr. Insgesamt 5 Seelachse und 14 Pollack’s waren das Ergebnis.


Die Verarbeitung des Fang’s, inklusive Filetieren und Einschweißen, endete mit einem Bierchen gegen 6 Uhr.

Wie schon vor 3 Jahren, war auch in diesem Jahr nur die kleine grüne Gummi-Makrele fängig. Andere Gummifische, wie z.B. die altbekannte Pink-Lady, funktionierten absolut nicht.

Samstag, 04. Juli 2026
Gestern hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bei einer durchgängigen Windstärke von 5 – 7 Bft und Regenschauern war eine kleine Ausfahrt nur zwischen 21:00 – 00:30 Uhr möglich. Wir haben wieder das Fanggebiet des Vortages angesteuert. Außer zwei mittelmäßige Pollacks war da nichts zu holen. Das Abklappern weiterer Fanggebiete brachte insgesamt nur drei Pollacks, einen Seelachs und einen kleinen Dorsch. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und warum soll es uns anders ergehen wie vielen Freunden und Bekannten, die alle in diesem Jahr über schlechte Fangergebnisse geklagt haben.

Der heutige Tag sieht wetterbedingt auch nicht viel besser aus. Wind und Regen dominieren auch den heutigen Tag.

Der Wind soll am Nachmittag nachlassen, aber Regen bleibt wohl. Wir planen gerade für den Nachmittag eine Ausfahrt und stellen uns mental auf eine regnerische Angelei ein.
Sonntag, 05. Juli 2026
Bei leichtem Nieselregen konnten wir gestern gegen 14:00 Uhr wieder auf den Teich. Der Wind hatte etwas nachgelassen und wurde mit der Zeit immer weniger. Die Angelei begann mit einer riesigen Materialschlacht. Wir haben so einige gute Vorfächer verloren und als Krönung ist dann auch noch Michas Inliner-Rute gebrochen. Völlig deprimierend und dem Aufgeben nahe hatte Micha vorgeschlagen einen alten Fangplatz weit draußen – den Drei-Finger – anzusteuern. Bernd und Heinz waren von dem Vorschlag absolut nicht begeistert, am Ende aber happy.
Bernd war mit drei großen Dorschen der Gewinner der Tour.

Auf der Rückfahrt gegen 18:00 Uhr konnte Micha noch sechs Pollacks, wieder mit der kleinen grünen Gummi-Makrele, verhaften. Danach begann dann die große Arbeit mit der Fischverarbeitung.


Montag, 06. Juli 2026
Der gestrige Tag war geprägt von sehr viel Wind und Regen. An eine Ausfahrt war nicht zu denken. Auch für die für uns verbleibende Zeit sind die Wetteraussichten schlecht.

Mit etwas Hoffnung auf besseres Wetter ging der Tag bei einem Bierchen zu Ende.

Heute morgen zeigte sich auf dem Wetterradar eine kleine Wind- und Regenlücke, die uns beim Frühstück zu einer Ausfahrt ermutigte. Von 09:00 – 11:00 Uhr haben wir den Wegepunkt der ersten Nacht aufgesucht und unsere Fangquote fast erreicht. Jedem von uns fehlen nach dem wiegen des gesamten Fangs noch 1,5 kg. Das werden wir dann ja wohl heute Nacht noch schaffen. Hier eine Zusammenfassung der heutigen Ausfahrt.
Nach dem Vakuumieren und Einschweißen der Filets ist die Arbeit geschafft. Um Mitternacht soll der Wind auf 2 Bft zurückgehen. Dann starten wir unsere letzte Ausfahrt.

Dienstag, 07. Juli 2026
Nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf und einem langen Fernsehabend beim WM-Fußballspiel Portugal – Spanien flaute der starke Wind des Tages allmählich ab. Noch schnell ein Foto vom Sonnenuntergang gegen 23:30 Uhr und die Vorbereitung für die letzte Ausfahrt konnte beginnen. Gegen 01:00 Uhr ist der Wind dann völlig eingeschlafen.

Die letzte Ausfahrt sollte ein Tiefseeangeln auf Leng und Co. werden. Leider endete der erste Abschnitt ohne Fisch und mit abgerissenen Vorfächern und Pilkern.
Den letzten Fisch der Tour – einen Pollack – konnte Heinz überlisten. Den Fisch des Tages – ein Tangdorsch – hatte Micha am Haken.

Wir haben die Fangqoute von 15 kg je Angler gerade so erreicht. Laut Betreuer und Guide Karsten sind wir eines der wenigsten Teams, die es in diesem Jahr hier geschafft haben.
Abschluss der Angeltour mit Höhen und Tiefen
Hier noch ein Blick in unsere Wohnung. Sehr komfortabel eingerichtet mit drei Schlafzimmern. Eigentlich für 6 Personen gedacht, somit für uns drei Angler sehr üppig. Entschädigt wurden wir an schlechten Wettertagen mit dem Blick auf’s Meer vom Wohnzimmer aus.


Unser Boot, ein 24 ft Boot mit 100 PS Dieselmotor, war etwas in die Jahre gekommen. Der Motor lief sehr gut und es lag bei windigen Verhältnissen – gegenüber anderen Booten – wie ein Brett auf dem Wasser.

Nachdem wir unsere Angelutensilien gesäubert und zusammengepackt hatten, haben wir das Boot gereinigt und an unseren Betreuer Karsten übergeben. Anschließend noch die Endabrechnung und der Übergang zu unserem obligatorischen Grillabend.

Am Donnerstag – 09. Juli 2026 – starteten wir in aller Frühe schon um 03:15 Uhr unsere Rücktour. In diesem Jahr etwa ca. 1 h früher, für ein entspannteres Fahren. Aber es kam leider ganz anders. Der Mercy meldete unterwegs Luftdruckprobleme hinten rechts. Na ja, kurz an die Tanke, Luft rauf und weiter ging’s. Dieses Phänomen folge dann aber im weiteren Verlauf der Tour in immer kürzeren Abständen. Geholfen haben wir uns mit dem Kompressor aus dem Bordwerkzeug, denn wir wollten ja unbedingt unsere Fähre – die ColorLine – in Oslo erreichen. Am Stadtrand von Oslo, ca. 25 Minuten von der Fähre entfernt, war Schluss mit Reifen aufpumpen.

Von den Einheimischen wurden wir an eine ca. 2 km entfernte Spezialwerkstatt verwiesen. Also Glück im Unglück, denn an einer anderen Autobahnabfahrt hätten wir bestimmt nicht so ideale Bedingungen vorgefunden. Also ging es im Schneckentempo auf der Felge mit Warnblinker und der Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer zur Firma „BestDrive“. Hier konnte man uns helfen.

Am Ende war es ein teurer Spaß. Da die Firma die entsprechende Reifengröße nicht vorrätig hatte, bekam der Mercy komplett neue Schuhe. Gegen 13:35 Uhr wurde uns das Auto zur Weiterfahrt übergeben. Die ColorLine und ein somit gebuchtes, sehr schmackhaftes Abend- und Frühstücksbüfett, würden wir nicht mehr erreichen. Also ging es dann weiter auf die ca. 1000 km Straßentour durch Norwegen, Schweden und Dänemark und kostenaufwändigen Fähren nach Hause. Am frühen Freitagmorgen, gegen 02:00 Uhr, haben unser Ziel total müde und wohlbehalten erreicht.